Teamarbeit
Fachbereichsübergreifendes Arbeiten, was bedeutet das für uns? Meine Ergokollegin Manuela Wiederkehr behandelt PatientInnen aus dem neurologischen und psychiatrischen Bereich. Mein Mann ist Physio, mit ihm zusammen sind wir auf die Unfallrehabilitation spezialisiert. Ich bin als Ergo Handtherapeutin. Drei spannende Fachbereiche, die sich hervorragend kombinieren lassen. Für einen Physiopatienten konnte ich bereits eine funktionierende Fussschiene bauen oder helfe Manuela bei der standardisierten Befundung ihrer neurologischen PatientInnen mittels des AMPS (Assessment of motor and process skills). Bemerke ich wiederum psychische Einschränkungen bei meinen HandpatientInnen, bitte ich Manuela um Rat. Sie kann hervorragend Alltagsstrukturen analysieren, Energiemanagement schulen und Achtsamkeitstraining durchführen. Sind meine akuten Handpatienten in einer stabilen Rehabilitationsphase melde ich sie bei Carsten zum Belastungstraining an. Komplexe CRPS PatientInnen profitieren von seinen physikalischen Massnahmen. Besonders Freude hat es mir gemacht, als ich vor ein paar Wochen einem Physiopatienten einen geschwollenen Arm bandagieren konnte. Wir planen, wo es möglich ist, unsere Termine en bloc, damit unsere PatientInnen ein Rundumpaket an Rehabilitation erfahren können. Drei Fachbereiche, zwei Disziplinen, ein Therapieziel: den Patienten kompetent und mit Komfort zur bestmöglichen Selbständigkeit zurückzubringen. Kurze Kommunikationswege, gemeinsame Besprechungszeiten. Wir drei schätzen den Austausch und auch das spontane : "kannst du mal schauen kommen, ich habe da eine Frage?" Auch dafür ist Zeit da. Das spüren unsere PatientInnen und erleichtert uns enorm die Arbeit und spart besonders Zeit. Ich mag es Fachbereiche aufzulösen. Hören wir auf Menschen in Diagnosen und Fachbereiche einzuteilen. Wir arbeiten mit Menschen, begleiten sie in einer für sie wichtigen Lebensphase. Betrachten wir sie also als Einheit von Körper und Psyche. Gerade in der Handreha, ein orthopädischer Bereich, durchzogen von Struktur und evidenzbasierten Nachbehandlungsschemata, wird oft im 30 Minutentakt gearbeitet. Ist da wirklich genügend Zeit zum Zuhören? Und nicht nur zuhören, sondern auch reagieren und helfen? Das bezweifle ich. Daher arbeiten wir im 45-60 Minutentakt. Nur so können unsere PatientInnen von unseren interdisziplinären Behandlungen optimal profitieren. Wir hoffen daher unser Angebot in den nächsten Jahren fachbereichsübergreifend weiter ausbauen zu können. Ich halte euch gern auf dem Laufenden. Liebe Grüsse Julia Bohot
Ergotherapie Julia Bohot
Zelgli 3
5452 Oberohrdorf
F 078 306 96 09
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